Dienstag, 9. Februar 2016

Die Feder folgt dem Wind [Rezension]

Heute bin ich derart energie geladen, dass ich es selbst nach einem langen, stressigen Arbeitstag noch schaffe mich an eine Rezension zu schmeißen. Soweit ich mich erinnern kann ist dies im letzten Arbeitsjahr kein einziges Mal vorgekommen. Aber mittlerweile habe ich mich an diesen Rhythmus gewöhnt und bin weit nicht mehr so erschöpft. So bleibt nun wie es scheint nicht mehr nur Zeit zum Lesen, sondern sogar noch zum Bloggen. Ich bin mehr als zufrieden.

Inhalt:


Theresa Brucker gehört zu den ersten deutschen Einwanderern in Amerika, als sie sich 1863 von ihrem Mann zu diesem großen Schritt überreden lässt. Ihre Auswanderung bereut sie jedoch allzu bald und ihr Leben wird von tiefen Schicksalsschlägen gezeichnet. Als sie sich ohnehin auf dem Tiefpunkt zu befinden scheint, gerät sie durch den Übergriff einiger provozierter Ureinwohner in Gefangenschaft. Mit einem findet sie sich auch noch in einer Gesellschaft wider, deren Mitglieder sie bisher nur als Heiden abgetan hatte. Dadurch entsteht sie für sie von neuem ein harter Kampf ums Überleben.

Mistys Meinung:


Da mir das erste Buch, dass ich von der Autorin vor einigen Wochen gelesen haben derart gut gefallen hat, konnte ich gar nicht umhin, mir sofort ein weiteres Buch von ihr zu kaufen. Da ich Wie ein Funke im Feuer auch erst kürzlich gelesen habe, ist mir dessen Inhalt noch sehr gut im Gedächtnis und es fällt mir ein wenig schwer, nun eine neue Rezension zu verfassen, die sich von der vorherigen abhebt. Denn auch von diesem Werk bin ich restlos begeistert. Insofern gilt so ziemlich alles, was ich in der vorhergehenden Rezension bereits formuliert habe auch für dieses Buch (die Rezension findet sich hier).

Ein paar Unterschiede gibt es allerdings doch zum anderen Buch und die möchte ich gerne nennen. Zum einen habe ich in meiner letzten Rezension kurz erwähnt, dass die vielen kleineren Absätze meinen etwas gestört haben; dieser Umstand trat in diesem Buch nicht auf, ich fand die jeweilige Länge der Kapitel und deren Abschnitte wunderbar gewählt und kann mich in keinster Weise beklagen.

Inhaltlich sind sich beide Bücher ähnlich, da es in beiden Fällem um das Leben einer Frau geht, welche sich nach einer Entführung in ihrem neuen Leben zurecht finden muss. Allerdings gibt es den gravierenden Unterschied, dass die Romanfigur -namentlich Theresa- dieser Geschichte eine deutsche Einwanderin ist, die das "zivilisierte" Europa gewöhnt ist und mit den Lebensumständen in einem Indianerstamm maßlos überfordert ist. Gerade durch diesen Kontrast erfährt man jedoch noch mehr über das leben der Native Americans und kann sich den Schock des Charakters noch besser vorstellen bzw. sich in sie hineinfühlen.

Viel schockierender als das neue Umfeld von Theresa ist das jedoch das Vorgehen der unerwünschten Einwanderer und deren gnadenlose Einnahme des Landes. Wie die meisten Menschen habe ich darüber natürlich schon viel gehört und auch in der Schule damals wurde dieses Thema durchgenommen (Stichwort: Trail of Tears), aber ich muss sagen, dass ich diese geschichtlichen Vorgänge noch nie so furchtbar empfunden habe wie anhand dieses Romanes. Erst im Lauf der Geschichte wird einem bewusst, was für furchtbare Einschnitte das Vorgehen der europäischen Siedler für die Ureinwohner bedeuten. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass man Empathie für die Figuren empfindet, sondern auch an den vielen historischen Fakten, die die Autorin geschickt in die Geschichte verpackt. Zugleich wurde mir erstmals bewusst, dass natürlich auch dieses große Land nur in gewissen Regionen ausreichend Überlebensgrundlagen für ein umherziehendes Volk bereit hält. Gerade durch die ständige Flucht und das Ausweichen der Figuren in dieser Geschichte wurde mir diese Notlage erst so richtig bewusst.

Durch die realistische Darstellung war ich beim Lesen mehrmals an einem Punkt, da ich für eine Weile pausieren musste, weil mich die Handlung so mitgenommen hat. Dabei war mir vollkommen klar, dass die Autorin keineswegs übertrieben furchtbar mit ihren Figuren verfährt, um die Spannung zu erhöhen, sondern dass die Schicksalsschläge und Grausamkeiten sich ganz genau so zugetragen haben könnten bzw. sich auch bewiesen so zugetragen haben. So bedrückend dieses Buch in vielen Passagen auch war, ändert sich dadurch nichts daran (oder es trägt vielleicht gerade deswegen dazu bei), dass ich wieder ausgesprochen begeistert war und die Lektüre regelrecht verschlungen habe.

Fazit:


Auch das zweite Buch der Autorin (das ich gelesen habe) konnte mich wieder vollkommen überzeugen und hat mir aufgrund des Inhalts sogar noch besser gefallen, als das vorher gehende. Abermals eine klare Leseempfehlung meinerseits!

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Titel: Die Feder folgt dem Wind
Autorin: Kerstin Groeper
Sprache: Deutsch
Softcover: 499 Seiten

Kommentare:

  1. Hallo liebe Misty,

    nachdem ich deine Rezension gelesen habe, würde ich das Buch am liebsten gleich noch mal lesen. Aber der SUB ruft und dort liegt auch noch der neueste Roman von Frau Groeper. 😉
    Ganz liebe Grüße, Karin

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    1. Hallo Karin :)

      Irgendwie ist es wirklich schade, dass man aufgrund all der tollen neuen Bücher kaum dazu kommt alte tolle Bücher nochmals zu lesen. Aber die zwei Romane stehen definitiv auf meiner Liste der wenigen Bücher, die ich mehr als einmal lesen werde! :) aaaber mir stehen ja auch noch ein paar Bücher von Frau Groeper offen :D Bin jetzt schon wieder am Überlegen welches ich mir als nächstes schnappen werde.

      Liebe Grüße!

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